Ansprechpartner: Dr. Jonas Fegert & Jasper Büll
Projektpartner: Princeton University
Gefördert durch: Baden-Württemberg Stiftung
Projektlaufzeit: 01.06.2026 – 31.05.2029
TACIT ist ein Kooperationsprojekt des FZI Forschungszentrum Informatik und der Princeton University. Aufbauend auf dem Projekt SOSEC untersucht das Forschungsvorhaben, wie soziales und politisches Engagement demokratische Einstellungen und Prozesse beeinflusst. In dieser transatlantischen Kooperation erheben und analysieren die Projektpartner gemeinsam Daten aus drei verschiedenen Quellen in Deutschland und den USA.
Das Projekt wird von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen ihrer Initiative für internationale Spitzenforschung gefördert. Die Leitung des Projekts hat Dr. Jonas Fegert inne. Auf Seiten Princetons ist Prof. Dr. Jacob Shapiro leitend an dem Projekt beteiligt.
Beiderseits des Atlantiks häufen sich die Krisendiagnosen in Bezug auf den Zustand demokratischer Systeme. Der Wandel politischer Landschaften und öffentlicher Debatten wird dabei immer wieder mit sich verändernden Formen politischen Engagements in Verbindung gebracht. Zum einen beobachten Forscher:innen schon seit längerem eine Erosion integrativer sozialer Institutionen. Zum anderen ergeben sich durch die Verbreitung digitaler Kommunikationsplattformen neue Formen des politischen Engagements im digitalen Raum. Gerade digitale Öffentlichkeiten werden von Bürger:innen dabei als zunehmend polarisiert und affektgeladen empfunden.
Vor diesem Hintergrund wird häufig angenommen, dass eine Stärkung traditioneller Formen bürgerschaftlichen Engagements demokratische Prozesse fördern kann. Doch historische und gegenwärtige Forschung zeigt, dass auch anti-demokratische Akteur:innen Institutionen gesellschaftlichen Engagements als Ressource für die Verbreitung ihrer Ideen nutzbarmachen können.
Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, unter welchen Bedingungen soziales und politisches Engagement demokratische Prozesse stärkt und wann es gegenteilige Effekte entfalten kann. Genau an dieser Stelle setzt TACIT an, indem es verschiedene Formen sozialen und politischen Engagements erfasst und in geografische, politische, soziale und zeitliche Kontexte einbettet. Wie verändert sich Engagement nach wichtigen politischen Ereignissen, in Krisenzeiten oder Katastrophenereignissen? In welchen Kontexten stärkt bürgerschaftliches Engagement demokratische Prozesse und in welchen Kontexten nicht?
TACIT steht auf drei Säulen – drei zentralen Datenquellen, die es miteinander kombiniert.
Durch die Kombination dieser drei Datenquellen entsteht ein umfassendes Bild gesellschaftlicher Entwicklungen. Reale Ereignisse lassen sich so mit Onlineaktivitäten und detaillierten Umfragedaten in Beziehung setzen. Dadurch soll besser verstanden werden, unter welchen Bedingungen Engagement demokratische Prozesse stärkt oder schwächt.
Die Analyse erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Forscher:innen des FZI und Princeton. Diese Kooperation wird durch die Anbindung der drei Datenquellen an Princetons Data Accelerator Initiative langfristig institutionell abgesichert. Im Data Accelerator bündelt Princeton digitale Forschungsmethoden und Datenquellen, um sie Forscher:innen zugänglich zu machen.
„Die entscheidende Frage ist nicht, ob, sondern wann bürgerschaftliches Engagement die Demokratie stärkt. Dieselbe Vereinsstruktur, dieselbe Onlinemobilisierung kann institutionelles Vertrauen aufbauen oder untergraben, je nachdem, in welchen politischen Kontexten und Konfliktlinien sie eingebettet ist. Solange wir diese Bedingungen nicht verstehen, bleibt ein zentraler Mechanismus der demokratischen Widerstandsfähigkeit eine Black Box.“
Dr. Jonas Fegert, Leiter des House of Participation am FZI
„Eine der größten Herausforderungen beim Verständnis der Frage, wann bürgerschaftliches Engagement die Demokratie stärkt, besteht darin, die komplexen Rückkopplungsketten zwischen den Erfahrungen der Bürger mit ihrer Regierung und ihrem Handeln in ihrer Gemeinschaft zu durchschauen. Die Kombination des bemerkenswerten SOSEC-Panels mit langfristigen digitalen Spurdaten gibt uns die Möglichkeit, aus jenen seltenen Zufallsereignissen zu lernen, die das bürgerschaftliche Engagement unerwartet beeinflussen, und verschafft uns so einen einzigartigen Einblick in dessen Auswirkungen.“
Professor Jacob N. Shapiro, John Foster Dulles Professor in International Affairs, Princeton University
Ansprechpartner: Dr. Jonas Fegert & Jasper Büll
Projektpartner: Princeton University
Gefördert durch: Baden-Württemberg Stiftung
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